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  • Stabkirche und Wikingerdorf

    Am Sonntag wollten wir direkt zur Fähre nach Solvorn. Da wir die Abzweigung da hin verpassten, fuhren wir weiter nach Sogndalsfjora. Dort kauften wir noch ein paar Dinge im kleinen Supermarkt MENY im Thon Senter ein, nachdem wir am Abend vorher im Rema 1000 im selben Gebäude nur kurz das Notwendige fürs Abendessen gekauft hatten. Danach ging es zurück nach Solvorn, wo wir unser Auto abstellten.

    Die Fähre von Solvorn nach Ornes ist klein, aber die Überfahrt war dafür umso schöner. Durch den kleinen Ort Ornes mit wenigen, verteilten Häusern, aber vielen Apfelbäumen, liefen wir bergauf zur Stabkirche Urnes. Wegen eines baptistischen Gottesdiensts mussten wir mit der geführten Besichtigung warten. In die Fassade der ältesten Stabkirche der Welt ist ein Portal einer Vorgängerkirche eingearbeitet, das aus aufwendigen Schnitzereien besteht. Es besteht aus einem Löwen und mehreren ineinander verschlungenen Schlangen. Auch der Innenraum ist reich verziert und wurde im Lauf der Jahrhunderte mehrmals umgebaut. Die schrägen Balken im Bild mussten eingebaut werden, damit die Kirche nach dem Durchschneinen der beiden Holzsäulen stabil blieb.

    Den späten Nachmittag und Abend verbrachten wir am Campingplatz, wo wir in unserer Hütte u. a. das Kartenspiel Happy City spielten.

    Am Montag starteten wir Richtung Bergen zur nahegelegenen Fähre nach Mannheller. Dabei irritierte mich eine Refexion an einem Verkehrsschild. Kurz danach überholte mich ein nachfolgender LKW und schnitt uns heftig. Bei der Fähre angekommen, die leider gerade abgefahren war, kam ein Mann auf mich zu. Der LKW-Fahrer beschwerte sich heftig, dass er die Fähre verpasst hätte, weil ich zu langsam gefahren wäre. Auf so offensichtlichen Quatsch war ich leider überhaupt nicht eingestellt und dementsprechend verwirrt.

    Kurz nach der Fähre ging es durch den Laerdalstunnelen, den mit 24,5 km längsten Straßentunnel der Welt. Alle 6 km fuhren wir durch extra beleuchtete Hallen.

    Unser eigentliches Ziel an diesem Tag war jedoch das Wikingerdorf Njardarheimr in Gudvangen. Wir nahmen an einer englischsprachigen Tour teil und erfuhren an verschiedenen Stationen etwas über den (Sommer-)Beruf des Wikingers. Dazu gehörten die Seefahrt, die Kleidung, die Bewaffnung und die Götter, bzw. die Christianisierung. Danach schauten wir uns das Dorf mit verschiedenen Häusern an. Dabei sahen wir sehr ähnliche Motive, wie an der Stabkirche Urnes. Wir versuchten uns im Axtwerfen und die Kinder im Bogenschießen. Außerdem probierten wir Äxte, Speere und Schilde aus und konnten dem Schmied zuschauen. Nach einem abschließenden Besuch im Shop schauten wir uns kurz den Naeroyfjord an, an dem das Dorf liegt. Auch in Gudvangen sahen wir natürlich ein Kreuzfahrtschiff. Auf der verbleibenden Strecke nach Bergen war die Landschaft weiterhin sehr eindrucksvoll, aber es gab auch mehr und größere Orte.

  • Trollstigen und Geirangerfjord

    Da es in der Nacht nochmal geregnet hatte, mussten wir unser Zelt leider, wie bereits in Yttervik, nass für die Weiterfahrt zur nächsten Hütte am Campingplatz Lyngmo einpacken. Laut der praktischen App Vegvesen trafikk sollte der Trollstigen wieder befahrbar sein, also konnte es losgehen.

    Gegen 11 Uhr hielten wir am Parkplatz am Fuß der spektakulären Serpentinenstraße. Eine gute Viertelstunde und mehrere Haarnadelkurven später waren wir auf dem Plateau und genossen die Aussicht. Nach einem längeren Halt ging es weiter. Als nächstes hielten wir bei der engen, steilen Schlucht Gudbrandsjuvet an, die wir von der bereits für sich allein sehenswerten Brückenkonstruktion darüber anschauen konnten.

    Nach einer kurzen Fährüberfahrt erreichten wir etwas später den Aussichtspunkt Ornesvingen. Von dort hat man eine grandiose Aussicht. Wir konnten den Geirangerfjord und Geiranger selbst mit mehreren Kreuzfahrtschiffen sehen, obwohl es regnerisch und mal mehr, mal weniger neblig war. Danach ging es auf weiteren Haarnadelkurven bergab in den Ort Geiranger, den wir kurz nach halb drei erreichten. Das dortige Norsk Fjordsenter hatte nur bis 16 Uhr geöffnet, so dass wir uns den relativ teuren Eintritt in das Besucherzentrum sparten. Die weitere Fahrt führte uns in sehr kurzer Zeit über 1000 Höhenmeter hinauf, durch einige Täler und an mehreren Seen und Fjordarmen vorbei. Gegen Ende der Fahrt mussten wir anhalten, um diesmal eine Kuh über die Straße zu lassen.

    Kurz bevor die Rezeption um 20 Uhr schließt, erreichten wir schließlich unsere neue Unterkunft am See Hafslovatnet. Diesmal hatten wir eine minimal größere Hütte mit Schlafplätzen für uns alle.

  • Badestelle statt Runde

    Am 28. Aug. war die erste Nachricht der Tod des norwegischen Königs Harald V. Auch ohne norwegisch zu sprechen, konnte ich verstehen, dass es im Radio in den Sanitätsräumen um nichts anderes ging.

    Für den Tag am Orskogfjellet hatten wir eigentlich geplant zur Vogelinsel Runde zu fahren. Am Abend zuvor hatten wir allerdings gelesen, dass die Papageientaucher dort Ende August schon weitergezogen sind, so dass wir überlegten stattdessen die für den Folgetag geplante Fahrt zum Trollstigen vorzuziehen. Beim Mittagessen im Restaurant des Campingplatzes kamen wir ins Gepräch mit der Besitzerin. Sie fragte uns auf Deutsch, was wir heute vor hätten. Dabei erfuhren wir, dass der Trollstigen wegen eines Erdrutsches während des Gewitters in der Nacht zuvor gesperrt wäre. So entschieden wir uns einem Tipp der netten Wirtin zu folgen und zu einer nahegelegenen Badestelle zu laufen.

    Wir folgten, wie empfohlen, dem alten Trondhjemske Postvei. Nach einer guten halben Stunde erreichen wir bei sonnigem Wetter, aber Temperaturen von nur ca. 15 °C, etwas abseits des Weges die kleine, abgelegene Badestelle. Wie erwartet, war das Wasser ziemlich kalt, aber trotzdem gingen wir alle zumindest ein Stück hinein. Die Kinder hatten außerdem wieder viel Spaß am Steinchen werfen.

    Auf dem Rückweg zur Hütte machten wir noch einen Abstecher zu dem flussaufwärts gelegenen Wasserfall Dynjafossen. Um dorthin zu kommen, mussten wir über einen kurzen, sumpfigen und matschigen Pfad, auf dem z. B. Wasser aus dem Moos lief, auf das wir traten. Gelohnt hat sich der Abstecher trotzdem sehr!

    Ziemlich pünktlich, bevor das Restaurant am Campingplatz um 18 Uhr schließt, waren wir zurück und belohnten uns mit einem Softeis.

  • Der Atlanterhavsvegen

    Am Donnerstag ging es mit der nächsten Autoetappe weiter. Nach einer längeren Fahrt inklusive der obligatorischen Autofähre erreichten wir zunächst Kristiansund. Durch einen Tunnel unter dem Atlantik kamen wir auf die Insel Averoya, wo wir nach einer späten Mittagspause noch einen weiteren Stopp einlegten. An der Thingstätte in Bremsnes, einem alten Steinkreis, fuhren wir erst ungewollt vorbei. Bei der Suche danach stellten wir fest, dass die Thingstätte auch in Apple Maps am falschen Ort eingezeichnet war. Trotzdem fanden wir sie schließlich gar nicht weit von der ursprünglichen Ausfahrt entfernt. Auf der Infotafel hieß es, dass an diesem Versammlungsplatz nach der Schlacht im Hafrsfjord 872 Harald Schönhaar das Haar abgeschnitten wurde, weil er König von ganz Norwegen geworden war.

    Von Averoya starteten wir auf den imposanten Atlanterhavsvegen. Die Straße führt über mehrere Inseln direkt an der Atlantikküste entlang. Wegen der beeindruckenden Landschaft legten wir nochmal zwei Stopps ein und verbrachten so viel Zeit hier, dass wir erst am späten Nachmittag bei Vevang waren. Wir folgten dem Atlanterhavsvegen bis zum Ende in Bud. Danach ging es mit der nächsten Fähre zum heutigen Ziel, dem Fjellstova Orskogfjellet.

    Hier hatten wir eine kleine Hütte für vier Personen gemietet. Schön war, das wir unser zusätzliches Zelt direkt daneben aufstellen konnten. Beim Kochen stellten wir fest, dass es relativ lange dauern kann Instandnudeln für 6 Personen zu kochen, wenn man dazu lauter kleine Tütchen einzeln aufreißen muss. Spät am Abend machte ich vom Campingplatz, der hinter einer Tankstelle liegt, dieses Foto von einem sehr hellen Mond.

  • Nidarosdomen und Chroniken von Drunagor

    Nach dem Mittagessen in unserem Reihenhaus besuchten wir an unserem dritten Tag in Trondheim eine öffentlich zugängliche Dachterrasse mit einer sehr guten Aussicht über die gesamte Stadt. Danach fuhren wir mit der nördlichsten Straßenbahn Europas, an der gerade gebaut wird, so dass die ersten Haltestellen nicht zugänglich waren. Nach einem Abstecher in das Einkaufszentrum Trondheim Torg im Zentrum gab es wieder Softeis, diesmal mit unterschiedlichen Toppings, z. B. Haselnuss oder Oreo. Wieder in unserer Unterkunft spielten wir am Abend als Vorbereitung für den Mittwoch das Tutorial des Brettspiels Chroniken von Drunagor.

    Den Mittwoch starteten wir mit einem Besuch im Nidarosdomen, der nördlichsten gothischen Kathedrale der Welt. Von mehreren Bränden und einer längeren Vernachlässigung ist heute nichts mehr zu sehen. Es gibt Werkstätten nur für die andauernde Renovierung der Kirche, z. B. mit passend bearbeiteten Specksteinen. Aktuell werden dort Eingangstüren gefertigt, die bis 2030 fertig sein und dann die seit Jahrzehnten verwendeten provisorischen Türen in der Fassade ersetzen sollen.

    Am Nachmittag spielten wir dann endlich, wie vor allem von Fabian heiß ersehnt, das erste Szenario von Chroniken von Drunagor. Wir retteten erfolgreich die alte Frau und das kleine Mädchen vor den Kreaturen der Dunkelheit und ließen sie gehen. Dafür wurden wir mit einer entsprechenden Aura belohnt. Danach grillten wir mit dem Gasgrill auf unserem Balkon.

  • In Trondheim

    Am Samstag Abend erreichten wir unsere neue Unterkunft, ein Reihenhaus in Ranheim, einer Vorstadt von Trondheim. Von dort waren wir mit dem Bus in weniger als einer halben Stunde in der Innenstadt von Trondheim.

    Bei unserer ersten Erkundungstour durch Trondheim liefen wir vom Nidarosdomen über die Fußgängerzone mit unzähligen bunten Regenschirmen und den modernen Bahnhof zum Fährterminal am Hafen. In einer Seitengasse entdeckten wir dabei den örtlichen Comicshop, das Outland, und wir aßen unser erstes Softeis in Norwegen.

    Am Montag legten wir einen Tag im Pibadet, einem Erlebnisbad am Hafen mit Sicht auf die Insel Munkholen, ein. Dort gab es unter anderem ein Wellenbad, ein Außenbecken, zwei Rutschen, ein Dampfband und die obligatorischen Schwimmbadpommes. Zurück in unserer Unterkunft sahen wir am Abend noch die ersten Minuten eines Fußballspiels einer Damenmannschaft von Ranheim von unserem Balkon aus. Außer dem Hauptplatz mit Stadion und Flutlicht gab es beim Ranheim Idrettsplass noch mehrere kleine Trainingsplätze und ein großes Trainingsgebäude direkt neben unserem Haus.

  • Nach Trondheim

    Auf dem letzten Abschnitt am Kystriksveien machten wir wieder an einem wunderschönen Rastplatz Mittagspause. Die Kinder versenkten Steine im Fjord und schafften es einige Steine mehrfach zu flitschen. Auf der Fahrt nach Steinkjer schauten uns, wie auch an den Tagen zuvor, mehrfach Schafe seelenruhig von unmittelbar neben der Straße beim Vorbeifahren zu. In Steinkjer wechselten wir auf die E6, auf der wir schon bei der Hinfahrt unterwegs waren.

    Zwischen Steinkjer unter Trondheim änderte sich die Landschaft deutlich und wir fuhren erstmal seit längerem an noch nicht geernteten Getreidefeldern vorbei. Eine gute Stunde vor unserem Ziel Ranheim in Trondheim machten wir am Nachmittag wegen der langen Fahrt einen spontanen Abstecher zur Klosterruine Munkeby. Beim Selbstbedienungskühlschrank des neuen Klosters kauften wir anschließend, natürlich per Kartenzahlung, einen leckeren Klosterkäse.

  • Weiter auf dem Kystriksveien

    Weiter ging es zu unserer letzten Unterkunft am Kystriksveien, die wir noch spontan am Morgen gebucht haben. Nach der üblichen Fährfahrt und einer Mittagspause am sehr idyllisch am Eiterfjorden gelegenen Coop-Supermarkt Naustbukta ging es für einen Abstecher nach Rorvik auf der Insel Vikna. Dort besuchten wir das Küstenmuseum. Beim elektronischen Spiel in der Ausstellung haben wir zwar den 30-Tage-Rekord geknackt, mussten dann aber abbrechen, weil das Museum um 16 Uhr schließt. Wir hatten danach noch Zeit vor der nächsten Fähre zu unserer Unterkunft und fuhren zur alten Kirche von Naeroy nahe Rorvik. Die Kirche lag jedoch unerreichbar für uns auf einer Insel, so dass wir dann doch eine Weile auf die Fähre warten mussten.

    Von unserer Unterkunft, einem älteren, abgelegenen Haus, machten wir einen abendlichen Spaziergang an den Strand. Dabei trafen wir einen lokalen Elch.

  • Auf Vega

    Am Donnerstag ging es am Vormittag mit der Fähre zur Insel Vega. Nach einer Mittagspause kletterten wir die über 1500 der Vega-Treppe zum Ravnfloget hoch. Dort gab es neben einem großen Vogel aus Stein eine faszinierende Aussicht.

    Da wir einige Zeit auf dem Ravnfloget verbracht haben, war nach dem Rückweg das Verdensarvsenter (Welterbezentrum) auf Vega, das wir ebenfalls besuchen wollten, leider bereits geschlossen. Auf dem Weg zurück zu unserer Unterkunft wurden wir dann zweimal von einem Begleitfahrzeug durch eine größere Straßenbaustelle gesteuert. Wir sind zwar erst spät angekommen, aber um neun gab es dann noch leckeres Essen im kleinen Restaurant der Unterkunft.

  • Durch den Torghatten

    Nachdem wir erst kurz vor Mitternacht am Campingplatz Yttervik angekommen waren, haben wir den Dienstag ziemlich ruhig verbracht. Wir waren in Mo i Rana, wo sich der Zweitsitz der norwegischen Nationalbibliothek befindet. Dieser ist allerdings in einem Bunker nicht öffentlich zugänglich. Hier deshalb stattdessen noch ein zweites Bild vom Ranfjord.

    Am Mittwoch ging es durch einen mehr als 10 km langen Tunnel wieder zurück zum Kystriksveien. Die Route mit den vielen Inseln und Fjorden ist absolut beeindruckend. Nach der Helgelandsbrücke folgten die nächsten beiden Fähren. Diesmal waren wir besser vorbereitet, so dass wir nicht lange warten mussen. Entsprechend kam wir am frühen Nachmittag am Torghatten an. Die Wanderung durch hat nicht lange gedauert, aber das riesige Loch im Berg hat zumindest mir ordentlich Respekt eingeflößt. Am Fuß des Berges waren dann alle außer mir noch mit den Füßen im angeblich nicht kalten Wasser.

    Danach ging es weiter zur nächsten Unterkunft im Somna Kro & Gjestegard, einem gemütlichen Motel in einem größeren (Holz-)Gebäudekomplex mit verschiedenen Einrichtungen der Kommune Somna.